Beim Wandern im Sauerland auf abwechslungsreichen Wanderwegen zur Ruhe kommen und den Alltag hinter sich lassen.
Der Morgen ist ruhig, als wir losgehen. Das Fachwerkdorf Westfeld im Herzen der Sauerland-Wanderdörfer liegt noch im Halbschlaf und auch wir brauchen ein paar Minuten, um wirklich anzukommen. Neben mir läuft Lena, denn wie so oft sind wir wieder gemeinsam auf Wandertour unterwegs. Es fühlt sich direkt vertraut an. Kein großes Gerede, kein fester Plan für den Tag – wir gehen einfach los.
Irgendwann taucht dann auch Westfeld wieder vor uns auf. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Und ich nehme mir vor, solche Tage nicht wieder so lange aufzuschieben. Nicht unbedingt als großes Vorhaben mit langer Planung, sondern eher als kleine Erinnerung daran, wie gut es tut, einfach loszugehen und aktiv abzuschalten. Die nächste Tour durch die Sauerland-Wanderdörfer steht aber ganz fest auf der Agenda.
Schon nach den ersten Schritten merke ich, wie sich die Ruhe auf mich überträgt und der Stress langsam nachlässt. Die Gedanken kreisen weniger um den Alltag und springen nicht mehr so schnell von einem Thema zum nächsten. Dinge, die mich in den letzten Tagen beschäftigt haben, treten etwas in den Hintergrund. Es tut gut, einfach zu gehen, ohne ständig an die nächsten To-dos denken zu müssen.
Zehn Kilometer haben wir uns heute auf dem Antoniussteig vorgenommen. Für mich ist das eine angenehme Länge, bei der auch Zeit für Pausen bleibt, um die Landschaft bewusst wahrzunehmen. Der Weg gibt ein Tempo vor, das sich stimmig anfühlt. Ganz gleichmäßig und ohne Hektik. Wir reden zwischendurch, lassen dann aber wieder Ruhe zu und geben uns Zeit, den eigenen Gedanken nachzugehen. Es ist angenehm, dass nichts erzwungen wirkt. Ich merke, wie ich aufmerksamer werde, weniger für einzelne Details als für das Gesamtgefühl. Für das Draußensein, das mich irgendwie automatisch entschleunigt und für die Bewegung, die mir hilft, Gedanken zu ordnen, ohne dass man aktiv darüber nachdenken muss.
Zwischendurch bleiben wir kurz stehen, genießen den Blick über die Landschaft mit ihren markanten Gebirgszügen, dichten Wäldern und grünen Wiesen. Wir schauen nicht lange, gehen dann weiter. Als wir später eine Pause machen, passt sie genau in den Ablauf. Kein großes Setup, kein besonderes Ziel – wir setzen uns, essen etwas und lassen die Zeit kurz verstreichen. Es ist angenehm zu merken, wie entspannt sich ein Tag anfühlen kann, wenn man sich nicht selbst unter Druck setzt, etwas daraus machen zu müssen.